Phasenweise nicht produktiv

Performance und Vermittlung

Eine Recherche von Karolin Meunier und Maximiliane Baumgartner

„Phasenweise nicht produktiv“ richtet den Blick auf das Verhältnis von Performance als künstlerischer Form und der Vermittlung selbst als performativem Akt. Welche sozialen, ökonomischen und institutionellen Hierarchien, welche unhinterfragten Standards zeigen sich darin? Die Aktion, das Spiel und die Bilder, die der eigene Körper mit sich bringt, verweisen auf fragile Konstellationen ebenso wie auf Möglichkeiten, darin Räume mit performativen Gesten zu eröffnen. Der Begriff der Produktivität ist hier eine Art Gradmesser von verschiedenen Vorstellungen der beiden Arbeitsfelder: wann Vermittlung für wen unproduktiv wird, aber auch, wie nicht-produktive Phasen bewusst zugelassen oder das Herausfallen aus allzu effizienten Abläufen provoziert werden können. Mit Bezug auf Ansätze der Feministischen-, Freien- oder Aktionspädagogik sowie konzeptueller Performancekunst werden die Mittel zur Analyse normierender Räume und Alltagssprachen aktualisiert betrachtet. 

 
Lesung
03. Juni 2023, 14 Uhr, Das Sprechende Eck, Urbane Künste Ruhr, Essen

Als Gast des Sprechenden Ecks stellt Karolin Meunier verschiedene Materialien eines gemeinsam mit Maximiliane Baumgartner entwickelten künstlerischen Lehr- und Forschungsprojekts vor. Ausgangspunkt war die Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Studierenden an der Akademie der Bildenden Künste München (2018–20). Mit dem Titel Phasenweise nicht produktiv – Performance und Vermittlung verbindet sich eine kritische Recherche zu Vorstellungen von Produktivität in Vermittlungsprozessen und möglichen Aktionsformen der Unterbrechung und performativen Aneignung.

Das Sprechende Eck ist eine mobile Architektur von Maximiliane Baumgartner, die als offenes Spielfeld und Aktionsrahmen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu eigenen künstlerischen Handlungsformen einlädt. >>>

 
Aktionstag

Akademie der Bildenden Künste München in Kooperation mit Der Fahrende Raum, ein Projekt für kunstvermittlerisches und künstlerisches Handeln im städtischen Kontext, 30.11. – 01.12.2018

In einer beweglichen Rauminstallation mit Architekturfragmenten des Fahrenden Raums versammelt der Aktionstag Personen, Gespräche, Recherchen, Auftritte und Objekte. Sie erzählen von radikaler Raumwahrnehmung, Cyborgs und Female Technologies, von Versuchsanordnungen und Archiven, die sich nicht ästhetisieren lassen, von Abweichungen des Offiziellen, der Kritik an und den Alternativen zu institutionalisierten Lehrformen und einem imaginierten Publikum.

Organisiert von Maximiliane Baumgartner und Karolin Meunier mit Clara Laila Abid Alsstar, Martin Bogisch, Vera Brosch, Eva Burkhardt, Luca Daberto, Lukas Eberl, Tabea Färber, Jonathan Göhler, Anna Greckl, Sophia Köhler, Ashley Lamm, Antonia Lippert, Franziska Lütke, Corinna Rausch, Anna-Lena Steinbach, Pauline Stroux.
Gäste: Eva Egermann, Simon Harder, Doris Koopmann, Justin Lieberman, Romy Rüegger, Johanna Schaffer und Julian Warner

Reader

Unter dem Titel Phasenweise nicht produktiv stellt eine Gruppe von Künstler*innen und Kunstpädagog*innen den gleichnamigen Reader vor. Die Publikation versammelt verschiedene Materialien einer gemeinsamen kritischen Recherche zu Vorstellungen von Produktivität in Vermittlungsprozessen und möglichen Aktionsformen der Unterbrechung und performativen Aneignung.

[PDF]

Flugschrift #3. Aktionsräume. Pädagogische Partituren und künstlerische Routen

Periods of non-productivity/Phasenweise nicht produktiv, in: Flugschrift #3: Action spaces. Pedagogical Scores and Artistic Routes / Aktionsräume. Pädagogische Partituren und künstlerische Routen. Hg. von Maximiliane Baumgartner und Doris Koopmann, Der Fahrende Raum, München 2019